Nakhon Ratchasima
Nakhon Ratchasima liegt in der gleichnamigen Provinz nur etwa 250 Kilometer nordöstlich der thailändischen Hauptstadt Bangkok. Die Stadt gilt als Tor zum Isaan, wie das riesige nordöstliche Gebiet des Landes bezeichnet wird.
Seit jeher ist der Isaan eine sehr strukturschwache Region, so dass Nakhon Ratchasima durchaus ein wichtiges Zentrum des Nordostens ist. Gegründet wurde die Stadt an den Ufern des Maenam Thakhong wissenschaftlichen Untersuchungen zufolge im 13. Jahrhundert, Stadtväter waren höchstwahrscheinlich Thaifürsten aus dem Süden, welche hier eine Bastion gegen die Armeen der Khmer anlegten.
Nakhon Ratchasima hatte nie die Größe oder gar die machtpolitische Bedeutung von Städten wie Bangkok oder Ayutthaya, jedoch entwickelte es sich zu einem kleinen, den Bedürfnissen und Verhältnissen der ländlichen und zumeist armen Bevölkerung angepassten Handelszentrum am Rande des Isaan. Die Kreuzung der Eisenbahnlinien aus dem Norden und dem Osten unterstrich später auch infrastrukturell die Sonderrolle der Stadt im Isaan. In den 1960er und 70er Jahren schließlich war der Ort Stützpunkt für die US-Streitkräfte, die von hier ihre Angriffe auf nordvietnamesische Stellungen flogen.
Einen Stadtbummel beginnt man am besten beim historischen Herzstück der Stadt. Hier begrenzt ein rechteckiger Wassergraben das Areal, das einst den Thaifürsten als Bastion gegen die Khmer diente. Seine in jeder Himmelsrichtung von einem Tor unterbrochenen Mauern waren bereits verfallen, bevor sie im 20. Jahrhundert sehenswert restauriert wurden.
Im Inneren der Mauern geht das städtische Leben seinen Gang wie im Rest des Ortes auch: Wohnhäuser stehen neben Märkten, etliche Tempel zeugen von der tiefen Religiosität der Bewohner, während ein Krankenhaus und eine Post schon wieder sehr weltlich erscheinen. Bedeutsam ist die bronzene Statue zu Ehren der Thao Suranari. Sie ist einer Nationalheldin gewidmet, der Frau eines ehemaligen Festungskommandanten, die im 19. Jahrhundert durch eine List ein Heer der Khmer vertrieb und so zu Ruhm gelangte. Der sehenswerteste Tempel in den alten Mauern ist der Wat Phra Narai.
Er ist einer der wenigen hinduistischen Bauten der Stadt und stellt eine Statue des Gottes Vishnu zur Schau. Der buddhistische Wat Sutthachinda liegt westlich außerhalb des alten Zentrums. In einer weitläufigen Anlage mit hübschen Gärten bildet ein religiöser, Viharn genannter Pavillon, dessen Zugang von zwei bronzenen Löwen bewacht wird, das Herzstück.
In der Stadt sind zahlreiche Tempel zu finden, an denen - auch für Laien sichtbar - die verschiedensten kulturellen Einflüsse deutlich werden. So sind etwa am Wat Sala Loi am Ufer des Maenam Thakhong eindeutige chinesische Stilelemente zu bewundern. Gäste der Stadt sollten sich einen Bummel über einen der zahlreichen Märkte der Stadt nicht entgehen lassen. Wie vielerorts in Südostasien sind auch hier die Basare laut, belebt und sehr bunt. Neben landwirtschaftlichen Erzeugnissen der Region sind hier landesübliche Kleidung sowie kleinere Kunstgegenstände zu erhalten.
Auch ein Blick über die Stadtgrenzen hinaus lohnt sich. Wem bislang ein Mitbringsel aus dem Urlaub fehlt, der wird möglicherweise in dem 30 Kilometer entfernten Pak Thong Chai fündig. Dieser kleine Ort steht wie kein anderer für die herausragende Beutung der Region als Seidenproduzent. Etliche der Betriebe hier bieten Führungen an, bei denen der Gast den Webern über die Schulter schauen kann.
Zudem werden Produkte dieses alten Handwerks zu sehr günstigen Preisen angeboten. Das Umland von Nakhon Ratchasima trägt ebenso deutliche Spuren der kulturellen Vergangenheit wie die Stadt selbst. So ist im Westen mit Muang Sema eine Ruinenstadt zu besichtigen, die wissenschaftlichen Vermutungen zufolge seit etwa 1.000 Jahren verlassen ist. Eine andere Geschichte erzählt der nordöstlich der Stadt gelegene Wat Prasat Phanom Wan.
Ursprünglich als hinduistischer Tempel von den Khmer erbaut, wurde seine Bestimmung unter dem kulturellen Einfluss des Ayutthaya-Reiches hin zu einer buddhistischen Kultstätte geändert.
Nakhon Ratchasima ist eine Stadt, der das große, weltmännische Flair von Bangkok fehlt, die aber trotzdem ihren ganz eigenen Reiz mit ihren Tempeln, Befestigungsanlagen und vor allem mit ihrer Geschichte hat.
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